Die Tücken der emotionalen Unterstützung

Bei der Arbeit läuft es nicht so wie gewünscht, das Kind hat einen fürchterlichen Trotzanfall im Supermarkt, wir geraten in ein Missverständnis mit einem Freund – viel zu oft erleben wir solche negativen Ereignisse im Alltag.

Gut, wenn wir dann eine*n Partner*in haben, mit der/dem wir das Erlebnis teilen können und er oder sie uns danach auffängt oder aufmuntert.
Aber ist das wirklich die Realität?

Studien zeigen, dass emotionale Unterstützung häufig negative Konsequenzen haben kann.
Das Erhalten von emotionaler Unterstützung kann den eigenen Selbstwert senken, das Problem sogar vergrößern und zu negativen Gefühlen wie Wut führen.

Eine Erklärung dafür ist, dass Menschen sich in ihren Kompetenzen angegriffen fühlen, wenn sie die Unterstützung einer anderen Person brauchen. 

Es kann aber auch sein, dass die Art und Weise wie die andere Person unterstützt nicht passend oder hilfreich ist und deswegen negative Folgen hat.

Was zeichnet also wertvolle emotionale Unterstützung aus?

Zwei Forscherinnen aus dem Forschungsfeld Positive Psychologie der University of California haben genau das untersucht, indem sie 67 zusammenlebende Paare mithilfe einer Tagebuchstudie begleitet haben.

Die Ergebnisse bestätigten die These der Forscherinnen Naisel und Gable: Je responsiver die emotionale Unterstützung war, desto wirkungsvoller war sie.

Hohe Responsivität bedeutet, dass der oder die Empfänger*in sich verstanden fühlt, sich mit seinen/ihren Fähigkeiten und Meinungen wertgeschätzt fühlt und das Gefühl hat, dem Anderen wichtig zu sein.

Ein hohes Maß an Responsivität in der emotionalen Unterstützung führt demnach zu einem Puffer-Effekt. Es federt die negativen Gefühle ab und fördert Nähe und Sicherheit in der Beziehung.

Dagegen führt geringe responsive emotionale Unterstützung zu mehr negativen Gefühlen wie Traurigkeit und schadete der Qualität der Beziehung.

Zusätzlich stellten die Forscherinnen heraus, dass unbemerkte responsive Unterstützung besonders hilfreich war.

Aber wie kann man responsiv reagieren, wenn der oder die Partner*in von einem Misserfolg berichtet?

Statt schnell eigene Schlüsse über das Geschehene zu ziehen, könnte man neugierig bleiben und gemeinsam versuchen zu verstehen, was in der Situation genau vorgefallen ist.

Statt praktische Ratschläge zu verteilen und lösungsorientiert zu handeln,
könnte man einen Moment länger gemeinsam auf das Leben und seine Unwägbarkeiten schimpfen.

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Basierend auf Forschung und Methoden der Positiven Psychologie geben wir Ihnen im Seminar die Möglichkeit, Ihre Rolle als Paar mit mehr Leichtigkeit und positiven Gefühlen auszufüllen.

Studien:
- Maisel, N. C., & Gable, S. L. (2009). The paradox of received social support: The importance of responsiveness. Psychological Science, 20(8), 928-932.

- Shrout, P. E., Herman, C. M., & Bolger, N. (2006). The costs and benefits of practical and emotional support on adjustment: A daily diary study of couples experiencing acute stress. Personal Relationships, 13(1), 115-134.





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